Partizipation

Der Begriff „Partizipation“ bedeutet Beteiligung, Teilhabe, Mitbestimmung, Mitwirkung und Einbeziehung von allen. Dazu gehört auch, Entscheidungen zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.

Für den Alltag in unserer Kindertagesstätte heißt dies, die Kinder in Angelegenheiten, die sie betreffen, miteinzubeziehen. Jedes Kind hat das Recht seine Meinung, Bedürfnisse und Interessen zu äußern und aktiven Einfluss auf einen Lösungsansatz zu nehmen.

Durch das Erlebnis der Beteiligung und Mitbestimmung lernen die Kinder schon in frühen Jahren Eigenverantwortung zu übernehmen und erfahren ein Teil der Gesellschaft zu sein.

Wir befinden uns zurzeit auf der sechsten Partizipationsstufe, der Mitbestimmung. Im Folgenden werden Beispiele hierfür genannt.

Die Kinder bekommen bei uns im Alltag viele verschiedene Möglichkeiten mitzuentscheiden.

Ein paar Beispiele:    

  • Offenes Frühstück und Mittagessen; hierbei können sie selbst entscheiden wann, wie oft und mit wem sie frühstücken gehen möchten. Im Schlemmerland können die Entscheidungen über die Platz- und Essenswahl treffen.
  • Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit den anschließenden Morgenkreis mitzugestalten. Anwesenheitsspruch, Lied- und Spiele werden gemeinsam ausgewählt. Diese Äußerungsmöglichkeit wird ihnen durch unterschiedliche Methoden der Mitbestimmung gegeben. So werden zum Beispiel Glitzersteine verteilt, um diese auf die Verbildlichungen der Auswahlmöglichkeiten zu legen, Punkte können an Plakate geklebt werden usw.
  • Des Weiteren werden sie in die Gestaltung der Gruppenregeln miteinbezogen, diese werden zu Beginn des Kita-Jahres im Morgenkreis besprochen, bildlich verschriftlicht und ausgehängt.
  • Gemeinsame Entscheidungen zur Ideensammlung in Bezug auf Projekte und Angebote gehören für uns ebenfalls zur Partizipation und werden im Morgenkreis besprochen und ins Leben gerufen. Auch hier gibt es unterschiedliche Methoden, um alle Kinder am Entscheidungsprozess zu beteiligen.
  • Ein weiterer großer Punkt bei dem die Kinder mitbestimmen können, ist in der Freispiel- und Angebotsphase. Hierbei haben sie die freie Wahl und können ihren Alltag nach ihren eigenen Bedürfnissen und Interessen gestalten. Jedes Kind hat einen Magneten mit dem eigenen Foto drauf, hiermit kann es sich in den unterschiedlichen Räumen anmelden und entscheiden, wie lange und wo es spielen möchte.

Partizipation hat viele positive Auswirkungen auf die Kinder und ihre Entwicklung.

Sie lernen…

… ihre eigenen Ideen, Bedürfnisse und Wünsche kennen.

…, dass auch andere Menschen Ideen, Bedürfnisse und Wünsche haben.

…, sich mit Problemen konstruktiv auseinanderzusetzen.

… ein soziales Miteinander kennen.

… mit anderen Vorschlägen, Ideen und Lösungsmöglichkeiten konstruktiv umzugehen.

… anderen zuzuhören.

… in Diskussionen verschiedene Ideen oder Lösungen gegeneinander abzuwägen.

… Werte und Normen unserer Gesellschaft kennen.

… Frustration erleben und wie sie diese aushalten können.

… Empathie.

… Sie üben, ihre eigenen Ideen, Bedürfnisse und Wünsche demokratisch auszuhandeln.

… Sie trainieren ihre Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit.

… Sie üben, eigene Lösungen zu finden.

… Sie trainieren ihre Entscheidungsfähigkeit.

In unserer Kita Rundum möchten wir eine Kultur der Anerkennung und Teilhabe auf allen Ebenen pflegen und leben. Kinder, Erziehungsberechtigte und KollegInnen möchten und sollen gehört werden und ihre Meinung, ihre Bedürfnisse und Ideen, soweit möglich, Raum erhalten.

Erziehungsberechtigte laden wir dazu ein, sich mit ihren Interessengebieten während u.a. Projektarbeiten mit einzubinden. Wir freuen uns auf gemeinsame Aktionen, so ist 2024 zum Beispiel mit zwei Müttern (Ärztin und Arzthelferin) ein Teddyhospital für einen Tag eingerichtet worden.

Auch die MitarbeiterInnen der Kita haben eigene Ideen, welche sie gerne in der pädagogischen Arbeit mit einbringen möchten. Bei Raumgestaltung, Mitsprache beim Tagesablauf, Brainstorming bei neuen Projekten, geben z.B. eigene Hobbys und Ideen dem pädagogischen Rahmen eine besondere Note. In einer offenen Ideenkultur kann die Einrichtung eine individuelle und besondere pädagogische Arbeit entwickeln. Fehler sind dabei erwünscht und lassen uns durch eine fachliche Reflektion wachsen und reifen.

Außerdem besteht zum Träger eine vertrauensvolle Basis, auf welcher innovative Ideen gerne gehört, gemeinsam durchdacht und Rahmenbedingungen hinterfragt bzw. wenn möglich oder nötig geschaffen werden. Hier wird wertschätzende Weiterentwicklung gewünscht und gefördert, genauso wie die individuelle Entwicklung der Kita und dazu wird der benötigte Freiraum gegeben.